luther tour 2017  -  beschreibung

im Anschluß seht Ihr die gesamte Streckenbeschreibung für den ersten Einstieg. Am Ende ist diese Beschreibung auch als pdf-Datei zum Download bereit.
Luther Radpilgerweg   Weilheim  -   Augsburg  -   Wittenberg     St r eckenbeschreibung   Pfr. Jürgen Nitz  –   Kaufering bikingchris
„Herzlich willkommen auf dem Luther                      Radpilgerweg  “     Unser Beitrag zum Reformation Jubiläum 2017 ist in Ihren  Händen  –   die Beschreibung einer  Radferntour von Weilheim   nach Wittenberg entlang der wichtigsten Orte der  Reformationsgeschichte.   Geleitet von einem GPS Track können Sie in 12 bis 14 Tagen  diesen Rad pilgerweg nachfahren.   Die Radstrecke ist sozusagen „virtuell ausgeschildert“   und mit  Navigationsgerät oder Handy geführt.   Von Kaufering sind wir in den letzten Jahren mit Radgruppen  zu den großen Zielen christlicher Pilgerwege gefahren, Taize, Rom, Santiag o di Compostela.  Was lag näher, als sich im Reformationsjubiläum auf die Spuren Luthers  nach Wittenberg zu  machen ?   Museen, Kirchengemeinden, Originalorte inspirieren zur Begegnung mit Luther.   So entstand ein Natur naher, meist abseits vom großen Verkehr geführter Weg, der  uns in  einer großen Schleife über Augsburg,    Nürnberg, Bamberg, Coburg, Schmalkalden, Rennsteig,  Wartburg, Eisenach, Erfurt, Stotternheim, Eisleben,  Halle und Torgau nach Witt enberg bringt. Die  Vorbereitungstour im Jahr 2015 hat uns bereits sehr  begeistert  –   wie schön ist Deutschland, wie vielfältig  die Landschaften und wie gut ausgebaut die Radwege.   Dankbar bin ich für meinen „GPS Experten“, Herrn  Christian Reuting, der unsere n gefundenen Weg  bearbeitet und konvertiert hat, so dass er mit ihrem  Navigationsgerät nach - fahrbar wird.   Viele Varianten hab en wir erprobt, um die   schönsten  und verkehrsärmsten Weg e   zu finden. Die ganze Strecke ist nicht  nur  am Computer geplant,  sondern r eal am Ort aufgezeichnet. Immer auf der Suche nach dem besten Weg, trafen wir  auf große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, auf heimelige und originelle Hotels und  auf den Reformator Martin Luther in vielfältigster Form.   Dieser Streckenführer soll Ihne n Appetit machen, auf Luthers Wegen zu fahren und ihm  näher zu kommen. Die Ausstellungen, Kirchen und Museen sind allesamt zum Jubiläum  hervorragend vorbereitet worden. Der Tourismusverband Sachsen hat einen guten und  allgemein verständlichen Lutherführer  herausgegeben, der Sie thematisch sehr gut einführt:  „Mutterland der Reformation  –   auf den Spuren eines Weltereignisses“ , kostenlos  bestellbar unter  www.sachsen - tourismus.de .   Die Etappen  GPS Daten   sind im  Download   abrufbar auf der Internetseite des Evangel ischen  Dekanats Weilheim (Oberbayern), das diesen Radpilgerweg zu einem Dekanatsprojekt „500  Jahre Reformation“ gemacht hat  www.ebw - weilheim.de/radpilgerweg   Es würde mich freuen, von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit dem Weg zu hören  –   Sie  erreichen mi ch auf der Email Adresse  Juergen.Nitz@elkb.de .   Technische Fragen  beantwortet mein GPS Spezialist, Herr Christian Reuting  www.bikingchris.de   Ich wünsche Ihnen wertvolle Erfahrungen und geistliche Impulse in der Be gegnung mit  Luthers Glauben und Welt und viel Freude auf Ihrer „reformatorischen Deutschland Tour“.     Ihr Pfr. Jürgen Nitz aus Kaufering
Zubringer Weilheim  - Augsburg Luther Radpilgerweg Weilheim/Oberbayern    – Augsburg   77 km/243 Hm Ausgangspunkt unseres Pilgerweges ab  Weilheim ist das  „Haus  der Evangelischen Kirche“ Im Öferl 8. Von hier aus fahren wir  Richtung Norden, unterqueren die Bahn und halten uns am  großen Kreisverkehr  Richtung Einkaufszentren.  Hier wird schon auf Radnetz  Baye rn Wegweisern Raisting  ausgeschildert. Wir folgen  der Route durchs Moos und durchqueren  Raisting mit  seinen unverwechselbaren Funkantennen.  Nach einer kurzen Fahrt auf der befahrenen Kreisstraße  biegen wir vor dem Bahnübergang in  Dießen rechts ab und fo lgen der Ammersee Radweg  Markierung. Eine landschaftlich schöne Fahrt erwartet uns am Seeufer  durch Dießen, Riederau, Utting und Schondorf. Viele Gasthöfe laden zur  Pause ein  – einer der Schönsten ist die „Alte Villa“ in Utting mit ihrem  Biergarten. Es emp fiehlt sich am See zu essen, weil bis Augsburg wenige  Gasthöfe unter der Woche geöffnet  sind. Wir verlassen in Schondorf den See  und halten uns in nordwestlicher Richtung. Der Weg steigt  in  Greifenberg stetig an. Dann biegen wir nördlich von  Greifenberg au f eine ruhige Landstraße durch Pflaumdorf,  vorbei an der Missionsbenediktiner  Abtei St. Ottilien nach  Eresing. Hier folgen wir der Ausschilderung Schwabhausen  und finden links entlang der befahrenen und gut ausgebauten Kreisstraße einen breiten  Radweg. Ab  Schwabhausen nimmt der Verkehr ab und wir folgen Landstraßen rechts des  Loosbachtales über Jedelstetten, Unfriedshausen, Pestenacker und Winkl nach Prittriching. Fast wie in Norddeutschland ist die Landschaft hier und wir fahren wir über eine weite Ebene  auf guten Wirtschaftswegen bis zur  Lech Staustufe 23 . Über den Staudamm führt der Weg weiter Lech abwärts in den  großen Wald der Meringer Au. Auf langen Geraden führt die  Radroute im Wald an Königsbrunn und Haunstetten vorbei nach  Siebenbrunnen. Kurz vor d em Hochablass folgen wir dem Wegweiser  „Zoologischer Garten“ und Stadtmitte. Die hervorragend verkehrsberuhigte Linienführung bringt uns am  Roten Tor vorbei, teilweise durch Hinterhöfe und schmale Gassen auf  die Hauptachse der  Augsburger Innenstadt , die Ma ximiliansstraße.  An deren historischen Brunnen vorbei fahren wir auf historischem Pflaster ins Zentrum.
Wir folgen den Straßenbahnschienen (!) Richtung  Königsplatz und biegen kurz vor diesem  Knotenpunkt rechts ein in die Fußgängerzone.   Augsburg war zur Ze it Luthers eine Weltstadt, in der Geschichte geschrieben wurde.    Viele historische Gebäude, der Dom, der Marktplatz mit Rathaus und Perlachturm, die  Fuggerei und Gastronomie jeglichen Geschmacks wird  den ersten Abend der Tour  bereichern.                   In   Augsburg gibt es Übernachtungsmöglichkeiten aller Kategorien  –   behilflich sein wird das  Tourismus Büro (Tel. 0821 502070) und die Webseite  www.augsburg - tourismus.de .       Das „Bed & Bike“   Hotel Goldener Falke ist  für Radler auf jeden Fall eine gute Adres se.   Es liegt im Norden der Altstadt.   Von Weilheim besteht natürlich auch die  Möglichkeit mit der Bahn, ohne  umzusteigen, mit Radtransport nach  Augsburg zu fahren  –   allerdings ist die  Kapazität der Bahn beschränkt. Größere  Kapazitäten haben die Nahverkehrsz üge  über München nach Augsburg.    Wer einen frühen Zug wählt, kann die  „Luther Stiege“ und St. Anna besuchen und  die 45 km der ersten Etappe des Luther  Radpilgerweges nach Donauwörth bequem  fahren.
Streckenbeschreibung  des  Luther Radpilgerweg   Augsburg  –   Do nauwörth  46   km   -   60 Hm     Wir beginnen unseren Luther Radpilgerweg in der  St.  Annakirche , mitten in der Augsburger Fußgängerzone.   Das  Museum „Lutherstiege“    und die beeindruckende  Kirche sind historischer Boden der Reformation und  führen uns in die Welt Martin Luthers. Sein Verhör in  Augsburg 1518 durch den Legaten Cajetan fand zwar  im Stadtpalais der Fugger statt, doch die Sammlung  versteht es großartig, un s in den Glauben und das Weltbild des Spätmittelalters einzuführen.   Nach der Besichtigung folgen wir der Fußgängerzone zum historischen Marktplatz mit dem  Perlachturm und dem schönen Rathaus.    Auf Pflaster mit Straßenbahnschienen (!) geht es den  Perlachberg hinab ins Jakoberviertel,  vorbei an der Fuggerei durch das Jakobertor auf den Radweg rechts der Lechhauser Straße.  Gleich nach der Lechbrücke  fahren wir rechts hinab zum Radweg am  Fluss, dann unter der Brücke hindurch nach Norden. Durch eine  P arklandschaft führt uns der „Romatische Straße“ Radweg schnell aus  der Metropole Augsburg heraus, immer am Fluss entlang und immer  im Auwald. Wir fahren unter der Autobahnbrücke hindurch an  Langweid und Meitingen vorbei, mal am Lech und mal am Lech  Seitenk anal viele Kilometer geradeaus und oft auf Kieswegen.   Hinter Waltershofen folgen wir der Radwegmarkierung „Via Claudia“  nach links, weg vom Lech, Richtung Nordendorf.    Jetzt befinden wir uns wieder im breiten, flachen Lechtal. Hier weht meist ein strammer  Wind aus Nordwest. In Mertingen besteht endlich die Möglichkeit, sich zu versorgen, um die  letzten Kilometer gestärkt zu schaffen.   Ab Mertingen ist neben der gut ausgebauten Kreisstraße ein breiter  Radweg, der uns durch Auchsesheim nach  Donauwörth   bringt.   Die Brücke über die Donau und eine scharfe Linkskurve bringt uns direkt in  unser Radler Hotel „Traube“ am Eingang zur Altstadt.    Folgen wir am Hotel der Hauptstraße befinden wir uns nach 5 Minuten am  Rathaus von Donauwörth und in der historischen Reichsst raße.       Donauwörth   -   Monheim  –   Treuchtlingen  –   Weißenburg  47   km   –   345 Hm     Wir fahren zum Rathaus und rollen durch ein schmales Tor vor die ehemalige Stadtmauer  auf einen Radweg am Kaisbach. Dieser kleine Bach wird uns auf unserer Überquerung der  Monheime r Alb den Aufstieg erleichtern.
Entlang des Bachs wechselt der Radweg immer wieder die  Seite und führt durch ruhige Wohnlagen immer leicht  ansteigend aus Donauwörth heraus. Unter der vierspurigen  Bundesstraße hindurch folgen wir der B 2 nach Norden. Entla ng des Kaisbaches zieht der Radweg stetig aufwärts  nach  Kaisheim mit seiner beeindruckenden Klosteranlage.  Wir verlassen Kaisheim und den Bach und in einem  langgezogenen Anstieg einer früheren Römerstraße streben wir Buchdorf entgegen. Der Ort  liegt auf de m Scheitelpunkt einer kleinen Wasserscheide, darum geht es hinter Buchdorf  geschmeidig abwärts mit vielen Kurven nach Itzing. Hier folgt der nächste Anstieg Richtung Monheim, immer  auf einem schönen Radweg neben der Kreisstraße .  Monheim der nächste Ort, d er uns mit Luther verbindet.  In der kleinen Stadt mit ihren Mauern und Türmen  übernachtete Martin Luther auf seiner Flucht 1518 aus  Augsburg. In diesem gastlichen Ort kann man nicht ohne  Pause durchfahren. Nach einer Stärkung machen wir einen Schwenk zum  G asthof „Goldenes Lamm“, wo ein Gedenkstein an Luthers Aufenthalt erinnert.  Nun verlassen wir Monheim in westlicher Richtung auf dem Altweiherweg, unter der B 2  hindurch halten wir uns rechts und folgen dem Natur Radweg in den Wald. Wieder steigt der  Weg a n. Durch ruhige Wälder erreichen wir den Weiler Rothenberg. Auf einer engen Straße  durch Wald und Flur fahren wir nach Rehau. Hier folgen wir der Hauptstraße nach rechts und gleich wieder links dem Wegweiser nach  Gundelsheim. Die verkehrsarme Straße bietet herrlich weite Blicke über die Monheimer Alb. Wenn wir die schnelle Abfahrt nach Gundelsheim erreicht haben, ist die Frankenalb  überquert. In Gundelsheim durchqueren wir den Ort um am Ende der Siedlung auf den „Möhrenbachtal  Radweg“ abzubiegen. Auf weich em Untergrund fahren wir  entlang des Naturschutzgebietes  Möhrenbachtal auf  Naturwegen. Die Ruhe des Tals wird nur durch die Züge der  Strecke Nürnberg  – Augsburg gestört. Die Planer dieser  Hauptbahnlinie hatten den topographisch günstigen  Übergang der Alb d urchs Möhrenbachtal sofort erkannt. Wir lassen uns Zeit und rollen an Möhren mit seiner  markanten Burg vorbei immer Tal abwärts. Der mäandrierende Bach darf in seinem  natürlichen Bett fließen, bis eine Wassermühle den Bach kanalisiert. Wir verlassen an der Mattenmühle den Bach und biegen links ab. Das kleine Sträßchen endet an der Talstraße  nach  Treuchtlingen , die uns schnell in den Verkehrsknotenpunkt führt. Im Zentrum von Treuchtlingen laden mehrere Cafes zu einer schönen Pause ein. Wir  befinden uns nun i m Tal der Altmühl und die Altmühltherme lockert bestimmt verkrampfte  Waden wieder auf. Wenn wir den Ort Richtung Norden verlassen, nähern wir uns der niedrigsten Europäischen  Wasserscheide zwischen Donau und Rhein. Schon die Römer  erkannten diesen optimal en Übergang der Frankenalb. Karl der Große  versuchte einen ersten „Rhein - Main - Donaukanal“ über diese flache  Wasserscheide (nur 425 m.ü.M.) zu bauen. Im nächsten Ort Graben  sehen wir die Reste dieses Verkehrsprojektes des Jahres 793, die  „Fossa Carolina“   od er Karlsgraben.   Entlang der Bahnlinie überqueren wir ohne Steigung die  Wasserscheide und fahren in  Weißenburg   ein. Die Historische  Altstadt grüßt mit vielen Türmen und Mauern. Bevor wir in die  Stadt einfahren lohnt sich ein Abstecher in das hervorragend  restaurierte Römer  Kastell Biriciana . Schon die Römer  erkannten die strategische Bedeutung dieser Wasserscheide   und sicherten hier mit einer Reiterkohorte Limes und  Übergang.   Wir fahren in die Altstadt, vorbei an der beeindruckenden  St.  Andreaskirche   mit ihrem Luther Denkmal Richtung Marktplatz. Dort  übernachten wir im historischen Hotel „Goldene Rose“ mit  romanti schem Biergarten Innenhof.   In der St. Andreaskirche wird anschaulich, wie eine Stadt per  Magistratsbeschluss protestantisch wurde. Die Gassen der Altstadt  atmen Mittelalter und Romantik.   Die Altstadt von Weißenburg ist hervorragend restauriert und wird jed en Nachtschwärmer  begeistern. Die Etappe war nicht lang  –   die Nacht könnte darum umso länger werden…     Weißenburg   -   Brombachsee   –   Nürnberg   61   km   –   186 Hm     Durch das Ellinger Tor verlassen wir Weißenburg und folgen  der Bundesstraße, kurz vor der Stadtgrenze gibt es einen  Radweg nach Ellingen. Der Ort wird dominiert von der  überraschend großen Residenz Ellingen. Wir fahren vorbei  und überqueren auf einer alten   Steinbrücke die Fränkische  Rezat. Eine kleine ruhige Straße führt nach Pleinfeld, einem  der Hauptorte des  Fränkischen Seenlandes .    Wir fahren zum Brombachspeicher und überqueren den langen  Dammweg zum Seebad von  Allmannsdorf . Der Sandstrand lädt  zum Bade n ein, der Biergarten zur Brotzeit.   Nach dieser Erfrischung wird ein kleiner Berg überwunden und  wir erreichen bergab Georgensgmünd.   Der Ort wird hinter der Bahnlinie verkehrsruhig umfahren, dann folgen wir dem Tal der  Fränkischen Retzat Richtung Norden au f gut ausgebauten Radwegen neben der Talstraße.   In der  Fachwerkstadt Roth   ruft der Kaffee und wir lassen uns von den Cafes einladen. Wir verlassen die Altstadtmauern von Roth nach Norden und biegen rechts ab Richtung Rhein - Main - Donau Kanal . Der Kanal beein druckt durch seine Größe und seine Einbettung in die Natur. Wir  unterqueren den Kanal, der in einer Brücke zunächst über uns verläuft  – verkehrte Welt  – um dann gleich nach der Unterführung auf eine kleine Straße nach links zu wechseln, die uns  langsam auf das Niveau des Kanals bringt. Dieser Kanalradweg wird uns ohne Steigung und Straßenverkehr nach  Nürnberg führen.  Wir fahren bis zur Großschleuse Nürnberg entlang der Wasserstraße. Überraschend große  Schiffe, vor allem die langen Kreuzfahrtschiffe, beeind rucken den Betrachter. Durch die Südstadt führt ein trickreicher Weg zur großen  Gibitzenhofstraße. Der Radweg an dieser Straße endet an der  verkehrsreichsten Kreuzung Nürnbergs, dem Plärrer. Überraschend ist, dass mit nur einer Ampel der Weg frei ist  zum  Ringradweg entlang der Stadtmauer. Am Hallertor fahren  wir entlang der Pegnitz wenige Meter bis zum Hotel „Central“.  Wir sind am Ziel des heutigen Tages  – mitten in der Reichsstadt  am Markt. Die St.  Lorenzkirche lässt erkennen, dass die mittelalterliche  Der  Fachwerk Marktplatz lädt mit seinen Straßenrestaurants zur  Mittagspause in herrlich mittelalterlicher Umgebung. W eltstadt Nürnberg zu den ersten, protestantischen Städten  Deutschland s gehörte. In dieser Stadt wurden Luthers Gedanken  in vielen Druckereien vervielfältigt und über ganz Europa  verbreitet  – Nürnberg war Handelszentrum und ein  Umschlagplatz von Waren, Geld und Nachrichten. Nü rnberg  – Forchheim  - Bamberg  74 km – 146 Hm Die heutige Route wird uns nach 500m Stadtverkehr auf den  Pegnitzpark Radweg leiten, der uns verkehrsfrei aus dem  Großraum Nürnberg führen wird. Wald, Wiesen, Parks und  Sportanlagen säume n den Weg. In Stadeln biegen wir auf die  erste Straße nach links ab, um von der Pegnitz zum Main - Donau  Kanal zu fahren.  Überraschend ist, dass der Kanal die Straße in einer hohen Brücke überquert  – wir müssen  eine lange Steigung fahren, um „hoch zum  Kanal“ zu fahren. Der Kanal verläuft höher als die Umgebung und es ist wirklich  ungewöhnlich, von einem Gewässer ins Umland herab zu schauen. Wir befinden uns jetzt auf dem Pegnitz - Kanal Radweg. Immer am  Kanal entlang erreichen wir ohne Steigung schnell di e schöne  Altstadt von  Forchheim . Zurück auf den Kanalweg bleiben wir bis Hirschaid in Sichtweite des Kanals. Dann geht die  Wegführung des R adweges durch ein hässliches Gewerbegebiet. Bei Strullendorf führt der  Radweg endlich wieder durch Natur. Entlang der Bahnlinie führt der Radweg nach  Bamberg . Die UNESCO Weltkulturerbe Stadt ist erstaunlich weitläufig. Wir fahren eine halbe Stunde  vom Stad trand bis in die Altstadt. Viele Touristen aus aller Welt füllen die Straßen und die  historischen Häuser und Kirchen sind hervorragend restauriert. Wir  durchqueren die Altstadt und finden  mitten im Häusermeer unser historisches  Hotel „Alt Ringlein“ mit e iner Bierstube  aus dem Jahr 1530. Der  Bamberger Dom ist 5 Minuten  Fußweg entfernt. Wir erfassen die Macht  der katholischen Kirche zur Zeit Luthers.  Das Erzbistum war wohlhabend,  einflussreich  – im Dom ist das deutlich zu spüren. Das einzige  Papstgrab nördl ich der Alpen befindet sich hier, der im Jahr 1048 eingesetzte Papst Clemens  II. Da das Hotel „Alt Ringlein“ mitten in der Altstadt liegt, beginnt das gesamte Bamberger  Nachtleben vor der Haustüre. Bamberg  – Ra ttelsdorf  – Itztal  – Coburg   63 k m  - 287 H m Das Einbahnstraßen System Bambergs fordert eine verzwickte Ausfahrt aus der Stadt. Am  Bahnhof beginnt der Zubringer Radweg zum Maintal Radweg in Hallstadt. Diesen gut  ausgebauten, steigungsfreien Radweg folgen wir Main aufwärts durch die Orte Kemmern  und Breitengüßbach nach  Rattelsdorf . In Rattelsdorf lädt eine unglaubliche Dorfwirtschaft „Zur Goldenen  Krone“ zur Pause ein. Wer die Preise auf der Speisekarte sieht, kann  es nicht glauben… das Essen ist hervorragend. Wir verlassen den Ort wieder in nördlic her Richtung, biegen aber  am Ortsende gleich nach links in eine kleine, landschaftlich schöne  Straße nach Höfen. Auf der linken Seite des Itz Baches schlängelt  sich die verkehrsarme Straße durch romantische Dörfer. An der Tankstelle von Mürsbach gibt es n icht nur Benzin, sondern  auch Kaffee und Snacks. In Untermerzbach biegen wir rechts ab, überqueren die Itz  und fahren ab Kaltenbrunn parallel zur B 4 Richtung Coburg.  Das Itztal ist Luthers Fluchtweg zur Coburg nach seinem  Verhör in Augsburg. Die eindruck svolle  Veste Coburg erscheint am Ende des Tales und wird immer größer, je näher  wir Coburg kommen. Diese ehemals schwer bewaffnete, strategisch wichtige Burg dürfte die „Veste Burg ist unser  Gott“ aus Luthers bekanntesten Choral sein. Der Radweg nutzt bis weilen eine ehemalige Bahnstrecke  – die Architektur der Dörfer zeigt  immer mehr Schiefer auf Dächern und an Hauswänden. Über Credlitz fahren wir von Süden  her in die Stadt.  Das „Arcadia Hotel“ nimmt unser Gepäck auf, dann fahren wir ohne Last den steilen Berg auf  die Veste hoch. Hier war Luther in Sicherheit  – die südlichste Festung Kursachsens gab dem  Reformator den Schutz seines Landesherrn. Hier wartete  Luther 1530 auf die berittenen Boten des Augsburger  Reichstages, die Nachricht von der Formulierung  des  evangelischen Bekenntnisses  „Confessio Augustana“ brachten. Kaiser Karl V erlaubte, dass die protestantischen  Fürsten und Städte ihren Glauben öffentlich vortragen  durften. Luthers Mitstreiter Melanchthon formulierte es in  Augsburg und Luther durfte al s „Gebannter“ nicht dort  sein. Die Burgkapelle und eine Ausstellung erinnert an Luthers kreative Zeit auf der Coburg.  Ein Abendessen in der Burgschänke schließt den Tag ab. Coburg  – Bad Rodach  – Werra t al – Schmalkalden  101 km – 511 Hm Wir verlassen Coburg am Morgen auf einem Radweg Richtung Bad Rodach, der in die Weite  und Einsamkeit des Coburger Landes führt. Vorbei am Goldbergsee führt dieser einsame  Radweg nach Wiesenfeld und schließlich über Felder, Wald  und Flur nach  Bad Rodach . De r kleine Kurort ist nur noch  wenige Kilometer von der ehemaligen Zonengrenze entfernt. Der hübsche Marktplatz lädt zum Verweilen ein und mehrere  Cafes haben die Stühle auf den Platz gestellt. Wir fahren in westlicher Richtung auf einer verkehrsreichen   St raße über Adelhausen Richtung Hildburghausen. Bevor die Straße ins Werratal abfällt  müssen wir eine zwei Kilometer lange Steigung (max, 12 %) überwinden. Hildburghausen umfahren wir um der  Radpilgerkirche Häselrieth einen Besuch abzustatten. Der Werra Ra dweg führt uns jetzt über  50 km nach Schmalkalden. Die parallel im Stundentakt fahrende  Werratalbahn ermöglicht alle 5 km die Möglichkeit für wenig  Geld und ohne Anstrengung nach  Schmalkalden zu kommen. Räder  werden in der Bahn kostenlos transportiert. Die Werra ist noch ein kleiner Fluss, das Tal schmal, so geht es  hügelig auf und ab, teilweise mit giftigen, kurzen Steigungen.  Die Gangschaltung wird oft gebraucht. Wir durchqueren  Grimmelshausen (Simplizissimus) und gelangen in die Fachwerkstadt  Themar . Ein e Pause ist hier bestimmt nicht verkehrt. Nun wird der Radweg breit und flach  – das bedeutet „laufen lassen“ und Kilometer machen. Bis zur Stadt  Meiningen ist die Fahrt geschmeidig. Meiningen lassen wir aus, weil wir sonst  zu wenig Zeit für Schmalkalden h aben. Wer die Etappe teilen  möchte, findet in Meiningen viele Unterkünfte und Hotels. In der Fachwerkstadt Wasungen lädt uns ein sehr schönes Cafe  zur Pause ein, mit hervorragenden Kuchen und einer sehr  netten Wirtin. Weiter geht es gestärkt mit Schwung n ach Wernshausen an der  Werra. Hier verlassen wir den Werra Tal Radweg und wechseln  auf den Mommelstein Radweg bis wir nach wenigen Kilometern das heutige Ziel  Schmalkalden  erreichen.  90% der Altstadt ist Fachwerk,  das schöne Hotel „Patrizier“ ebenfalls, i m Kern älter als die  Reformation. In der Kirche St. Georg predigte Luther, in der  Stadt entstanden die Schmalkaldischen Artikel, das erste  lutherische Glaubensbekenntnis. Hervorragende Küche und  eine phantastische Nacht in der Perle von einer  mittelalterli chen Stadt belohnt den langen Tag. Schmalkalden   – Rennsteig  – Wartburg  – Eisenach   58 km  – 573 Hm Wir fahren den Radweg zurück nach Wernshausen und folgen  wieder der Werra bis Breitungen. Die bewaldeten Berge des  Thüringer Waldes bilden eine  natürliche Mauer. Jetzt werden wir die  größten Steigungen dieser Tour überwinden. Wir verlassen das Werratal und steigen auf nach Bad Liebenstein. Die  Steigung nimmt mehr und mehr zu und  wir nähern uns Steinbach. An  diesem Ort beginnt der  Glasbachgrund , d er Aufstieg auf den  Rennsteig. Als Martin Luther 1521 vom Wormser Reichstag heimkehrt  wird er in einer von seinem Kurfürsten initiierter Entführung im  Glasbachgrund „überfallen“ und inkognito auf die Wartburg gebracht. Ein Denkmal mitten im Wald erinnert an diese dramatischen  Ereignisse. Luther wurde für tot gehalten.  Wir folgen der Spur der Entführer auf den  Rennsteig hin zur  Wartburg. Dort übersetzte er einen großen Teil des Neuen  Testamentes auf Deutsch. Sein Deckname war „Junker Jörg“. Als  Gebannter des Kaisers, exkommuniziert von der Kirche war sein  Leben in höchster Gefahr. Die  Wartburg war eine „Wachburg“ keine Festung. Sie sollte den Zugang nach Eisenach  decken und beobachten. Ihre Lage in einem Meer von Bäumen is t beeindruckend  – Luther rettete sie das Leben. Auf dem Rennsteig Radweg nähern wir uns der Burg. Der Rennsteig ist  teilweise sehr steinig und ähnelt Gebirgswegen der Alpen.  Wir fahren dann in rasanter Fahrt auf der Bundesstraße 84 nach  Eisenach , lassen i m Hotel  Kaiserhof unser Gepäck und fahren mit dem Rad oder dem Shuttle hinauf zur Burg (bis zu  17% Steigung). Überraschend wie klein die Wartburg  im Vergleich zu ihrer  weltgeschichtlichen Bedeutung ist. Der Ausblick ist ebenso schon wie der Anblick. Wir s ind an einem Ort, der uns ganz nah mit Luther verbindet. Eisenach  – Nessetal Radweg  - Erfurt   72 km – 338 Hm Am Morgen statten wir dem  Lutherhaus in Eisenach einen Besuch  ab. Hier wohnte die reiche Familie Kotta, die den Lateinschüler  Luther unter ihre Fittiche nahm. Sie führten ihn ein in die kultivierte  Welt des Bürgertums und der Kultur. Das Haus wurde zu einem  Museum ausgebaut, das Luthers Kindheit und Jugend thematisiert. Unser Weg führt nordöstlich aus Eisenach und steigt in Richtung  Naturpark  Hainich stetig an. Am ehemaligen  Militärflughafen oberhalb von Eisenach beginnt  der  neue „Nessetal Radweg“ , angelegt auf einer  Eisenbahnlinie, die den Flughafen versorgte. Der  Bahndamm verläuft nördlich von Gotha und geht  über weite Felder bis zum Horizont . Auf kleinen Straßen nähern wir  uns dem Großraum Erfurt. Die Stadt liegt vor uns in beeindruckender Größe. Vom Stadtrand  bis zur Stadtmitte werden wir fast eine Stunde unterwegs sein.  Erfurt  ist eine der schönsten Städte Mitteldeutschlands. Der Dom, die großartige Altstadt  und die zentrale Lutherstätte Augustinerkloster warten auf unseren Besuch. Das   Augustinerkloster empfiehlt sich als historischer Übernachtungsort, denn dort kann man  einfach und „Luther nah“ übernachten. In Erfurt  wurde er Mönch und  Priester  – im Dom geweiht, feierte er in der Kirche des  Klosters seine erste Messe, studierte Theologie, wurde Dr. Martin Luther. Am Altar der Klosterkirche feierte Luther seine Primiz, im schönen  Kapitelsaal trafen sich die Mönche zu Aussprach en und Versammlungen. Erfurt  – Sotternheim  – Allstedt  – Lutherstadt Eisleben  98 km – 396 Hm Heute werden wir eine große Etappe fahren, quer durchs Thüringer Becken, entlang der  Unstrut in das vom Bergbau geprägte Mansfelder Land. Zunächst verlassen wir Erfurt nach  Norden entlang einer großen Ausfallstraße immer auf  Radwegen.  Das weite Becken lässt den Blick weit ins Land schauen.  In  Stotternheim biegen wir rechts ab zum Ort des Blitzschlages,  der Luther auf freiem Feld in Todesangst schmetterte. Er  gelobte bei der Heiligen Anna (Schutzpatronin der Bergleute)  ein Mönch zu werden. Ein Naturstein markiert den Gedenkort. Dann kommen wir in Sömmerda  auf  den „Unstrut Radweg“ ,  ein gut ausgebauter, aber sehr schmaler Radweg entlang des  malerischen Flusses. Bis Artern durchqueren wir mit der  Unstrut das Thüringer Becken und die  Thüringische Pforte.  Hier durchbricht der Fluss das Kyffhäuser Gebirge. An de r  Wasserburg Heldrungen ist eine Pause Pflicht.  Hinter Artern durchqueren wir ein weites Moosgebiet und  sehen am Horizont die ersten Schuttberge und Halden der  Bergbauregion Mansfelder Land.  Die Landstraßen sind gepflastert  über viele Kilometer und jetz t loben  wir gemeinsam die Erfindung der  Federgabel. Bis  Allstedt , dem Wirkungsort Thomas Müntzers, werden wir  kräftig durchgeschüttelt. Dann geht es bergauf  – das Thüringer  Becken liegt hinter uns, ein Bergland vor uns. So kommen am  Ende der Etappe einige  Höhenmeter noch auf uns zu. Die Ankunft in der Lutherstadt Eisleben  zieht sich hin  – umso schöner ist eine Übernachtung im  Hotel „Graf von Mansfeld“. In  diesem ehemaligen Stadtschloss starb Martin Luther im Jahr 1546. Lutherstadt Eisleben  – Süßer See  – Halle an der Saale  39 km – 243 Hm Wir müssen uns Zeit nehmen für  Eisleben  – Luthers Geburtshaus, die beeindruckende Tauf - Kirche Luthers St. Peter & Pauli (Taufzentrum der Reformation) und Luthers Sterbehaus. In der Stadtkirche St. Andreas pred igte Luther mehrfach  – wir spüren in dieser Stadt ganz  besonders deutlich den Herzschlag der Reformation. Das  Hotel „Graf von Mansfeld“ war das ehemalige Stadtpalais der Mansfelder Grafen  – hier  ist der originale Ort, an dem Luther gestorben ist. Das sogen annte Sterbehaus wurde später  in einem alten Bürgerhaus  als Museum  eingerichtet Schweren Herzens machen wir uns auf den Weg  – es sind nur wenige Kilometer bis Halle. Entlang des Nordufers des  Süßen Sees fahren wir durch ein Naherholungsgebiet von Halle.  Badestrände, ein Raddampfer Restaurant, Schloss  Seeburg … alles ruft nach einer Badepause. Der Aufbruch fällt an diesem schönen Seeufer schwer. Auf einer breiten Landstraße geht es  schnell voran. Leider ni mmt auch der Verkehr stark zu, je näher wir Halle kommen. Wir verlassen darum die Straße in Bennstedt und fahren durch die Dölauer Heide auf  sandigen Wegen (!). Ein „schwimmender“ Lenker erfordert große Aufmerksamkeit und  Kontrolle des Gleichgewichts. Bei  Nietleben beginnt das große Waldgebiet westlich von  Halle  an der Saale .  Wir fahren ab in die Großstadt und auf Radwegen entlang großer Ausfallstraßen nähern wir  uns der Stadtmitte. Über eine Stunde werden wir durch die Vorstadt  fahren, die Saale überque ren und dann endlich auf dem riesigen  Marktplatz stehen. Halle, die  „Händelstadt“, ist auch ein bedeutender  Lutherort. In der Turmstube der  Marktkirche  wird der Wachsabdruck von  Luthers Totenmaske und seiner Hände  aufbewahrt  – Luther von Angesicht zu  Anges icht sozusagen. Wir nehmen uns Zeit für diese Begegnung mit  „Original Luther“.  Auch die Marktkirche beeindruckt mit ihren Doppeltürmen. Wer sie besteigt hat eine  großartige Aussicht über die weite Stadtkulisse.  Die weitläufige Altstadt lädt natürlich zu  einem schönen Abendprogramm ein  – heute sind  wir nicht viel geradelt, warum nicht ein wenig mehr genießen und sich gönnen? Morgen wird  es wenige Steigungen geben, aber eine lange Fahrt. In Halle empfehle ich eine Übernachtung im Hotel Schweizerhof. Es atme t den Charme der  ehemaligen DDR und die Gastfreundschaft der Gastgeber ist außerordentlich herzlich. Halle an der Saale   - Delitzsch  - Dübener Heide  - Torgau   92 km – 174 Hm Wieder fällt der Abschied schwer, doch neue Höhepunkte stehen bevor, die Dübener Heide  und die Überquerung der Mulde. Entlang einer stark befahrenen Straße geht es schnell auf  Radwegen aus der Stadt Richtung Osten. Bis zur Autobahnauffahrt bei Wiedemar müssen  wir durchhalten. Dann biegen wir links ab von der stark befahrenen Straße Ri chtung  Delitzsch. Wieder ist die Landschaft eben und weit. Oft schiebt der Rückenwind aus Westen. Dann durchqueren wir ein Industriegebiet und kommen in die Stadt  Delitzsch . Die vom  Wassergraben umrahmte Altstadt ist ein schöner Ort für ein  zweites Frühst ück. Zu lange können wir nicht bleiben, da heute noch einige  Kilometer vor uns liegen. Richtung Brinnis und Badrina  fahren wir in die Heidelandschaft der  Dübener Heide ein.  Einsam auf kleinen Straßen nähern wir uns dem Tal der  Mulde. Dieser kleine Fluss m achte vor Jahren Schlagzeilen  beim Jahrhunderthochwasser 2013. Die wirklich originelle  Fähre von Hohenprissnitz nach  Gruna ist eine  Treidelfähre .  Sie wird von der Strömung der Mulde ohne Motor bewegt.  Bis zu sechs Räder passen auf die kleine Fähre. Aber di e  Wartezeit ist Mittagszeit und da gibt es im  „Fährhaus Gruna“ Gasthof Essen wie bei Muttern.  Die Radler mit dem größten Hunger müssen als Erste  übersetzen. Ein Gasthof mit einer Wirtin wie aus dem  Bilderbuch. Wir sind herzlich willkommen und in guten  Händen  – die Bratkartoffeln sind ein Hammer! Mit vollem Bauch verlassen wir die Mulde, durchqueren das  Hochwasser bedrohte Gruna und fahren immer geradeaus  durch kilometerlangen Kiefernwald und Heide auf sandigen  Naturwegen und kleinen Straßen ohne Verkehr . Die Ortsnamen klingen fremdartig: Battaune  und Mockrehna. Dann überqueren wir die stark befahrene Bundesstraße 87 und fahren  parallel zur Bundesstraße entlang des Schwarzen Grabens über Audenhain, Klitzschen und  Melpitz Richtung Torgau. Kurz vor Torgau h aben wir eine „Spezialroute“ entlang der  Bahnlinie gefunden, die uns von Torgauer Radlern empfohlen wurde. Wir erreichen die  kurfürstiche Residenzstadt von Westen und befinden uns mitten im „Juwel an der Elbe“  – die  Renaissance Stadt Torgau nimmt uns auf. Hier residierte Luthers Landes - und Schutzherr, Friedrich der Weise, hier wurde die erste  Kirche nach reformatorischen Grundsätzen gebaut (Schlosskapelle Haldenberg), hier starb  Luthers Frau  Katharina von Bora und ist sie begraben. Hier wurde das Bekenntnis vom  Augsburger Reichstag in den  „Torgauer Artikeln“ vorbereitet. Indem sich die protestantische  Bewegung ein Bekenntnis gab, war die Trennung der Konfessionen endgültig. Das Garni Hotel „Central“ ist ein Bed & Bike Hotel für Radler entlang des Elberadweges und  bietet optimale Verhältnisse für Radtourenfahrer. Torgau  – Elberadweg  – Lutherstadt Wittenberg  72 km – 142 Hm Wieder fällt der Abschied schwer, doch die letzte Etappe beschert uns eine vollkommen  ne ue Landschaft und das Ziel rückt greifbar nah. Wir fahren durch die Elbe Auen, weites und  fruchtbares Land, weiter Blick und leider meistens Gegenwind. Fast vollkommen frei von  Autoverkehr begrüßen kleine Dörfer mit Klinker und Fachwerk, eine Elbe Fähre un d viele  Störche und Blumenwiesen. Die Steigungen sind nicht der Rede wert  – rauf auf den Deich  und runter vom Deich, der Elbe Radweg sehr gut ausgebaut. Er zählt zu den drei meist - befahrenen Radwegen Deutschlands, allerdings in der Gegenrichtung unseres W eges (dann  natürlich mit Rückenwind)  – also Achtung auf viel Gegenverkehr (!). Die  Elbe Fähre bei Pretzsch beschert uns eine kleine  Schiffspassage  – das  Schloss Klöden eine mittelalterliche  Kaffeepause im Schlosshof. Dieses Schloss in Privatbesitz wird  S tück für Stück restauriert und  sieht noch sehr  heruntergekommen aus. In zehn  Jahren wird es bestimmt ein  Schmuckstück sein (und Kaffee und Kuchen werden dann  mindestens das Doppelte kosten). Das Gefühl, dem Ziel so nahe zu sein treibt weiter. Wir fahren  nu n auf kleinen Straßen durch Marschlandschaft. Windmühlen säumen den Radweg, der  jetzt bisweilen sehr schmal wird. Die Elbe musste wegen der Hochwassergefahr eingedeicht  werden und dadurch blieb nicht mehr viel Platz für Radwege. Die Dörfer werden städtisch er  und die Bebauung nimmt zu. Sehr aufmerksam müssen wir in den Dorfstraßen auf den  Verkehr achten. Dann noch einmal eine Passage über Wiesen und Wälder und dann endlich  der wunderbare  erste Blick auf Lutherstadt Wittenberg . Die Türme der Schlosskirche und der Stadtkirche St. Marien sind schon zu sehen.  Nach langer Fahrt durch die Vorstädte Wittenbergs kommen wir endlich zur Altstadt. Wir  fahren zunächst direkt zum Marktplatz, wo die Statuen von Luther und Melanchthon uns  begrüßen. Nach 900 km Radpilgerweg ein ergreifender Moment  – wir sind am Ziel angekommen,  mitten im  Zentrum der Reformationsgeschichte  – Lutherstadt  Wittenberg . Wir fahren in unser Zielhotel mit Tiefgarage  – es ist nur 2 Minuten vom Markt entfernt und  heißt  „Luther Hotel“ – dort  erfrischen wir uns. Ein Abendspaziergang zu Fuß lernt uns wieder  das Laufen und gibt eine schönen Überblick über die Sehenswürdigkeiten, die teilweise  UNESCO Weltkulturerbe Status besitzen.  Stadtkirche St. Marien – Luthers Predigtkirche  Augustinerkloster – Luthers Wohnsitz mit Hörsaal und Luther Museum  Schlosskirche mit der Türe des Thesenanschlages  Cranach Haus – die Kunstfabrik der Reformation  Melanchthon Haus – der Lehrer der Reformation und Diplomat Auch Wittenbergs Altstadt ist im Vergleich zu ihrer Be deutung sehr klein. Wittenberg hatte  zur Lebenszeit Luthers etwa 5.000 Einwohner (Hannover zum Vergleich 10.000). Wir sollten uns einen ganzen Tag Zeit nehmen für die direkte Begegnung mit Luthers Welt.  Wittenberg ist wirklich eine Stadt mit besonderer Ausstrahlung.  Für die Heimfahrt empfiehlt sich die Bahn mit günstigen Angeboten und Fahrrad Mitnahme.  Wir folgten L uthers Spuren von Augsburg bis Wittenberg und werden bestimmt dem  Reformator, seinem Glauben, seinen Gedanken und seiner Welt näher gekommen sein. Luther Radpilgerweg Hotels  Donauwörth (46 km)  – ‚Kirchenspaltung und Kircheneinheit‘ Besuch St. Anna „Lutherstiege“  – Andacht in Goldschmied Kapelle  Posthotel Traube*** – Kapellstraße 14   Tel. 0906 706440 Weißenburg (47 km)  – ‚Eine Stadt wird lutherisch‘ Monheim ‚Luthers Flucht‘ und Kirche St Andreas  – Lutherdenkmal   Hotel Goldene Rose*** – Rosenstraße 6   Tel. 09141 86730 Nürnberg (61 km)  – ‚Medienereignis Reformation‘ Lorenzkirche  – Medien - und Weltstadt Nürnberg       Hotel Central** – Augustiner Straße 2   Tel. 0911 23992220 Bamberg (74 km)  – ‚Weltmacht katholische Kirche‘ Bamberger Dom  – Gegner der Reformation Hotel Alt  – Ringlein*** – Dominikanerstraße 9  Tel. 0951 95320 Coburg (63 km)  – ‚Ein feste Burg ist unser Gott‘ Veste Coburg und St Moritzkirche (Predigtort Luthers 1530)   Arcadia Hotel*** – Ketschendorfer Straße 86  – 09561 8210 Schmalkalden (101 km/50 km )  – ‚Was ist evangelischer Glaube?‘  Altstadt und St. Georgskirche  – Schmalkaldische Artikel und Bund Hotel Grünes Tor*** – Weidebrunner Gasse 14  - Tel. 03683 4666800  Eisenach (50 km + 8 km)  – ‚Die Bibel auf Teutsch‘ Luther Denkmal Entführung ,  Haus Kotta/Luthermuseum und Wartburg Hotel Kaiserhof***  – Wartburgallee 2  - Tel. 03691 88890 Erfurt (72 km)  – ‚Mönch, Priester und Professor‘ Luthers Klosterzeit und Studium, Weihe zum Priester, Doktor der Bibel  Hotel Augustinerkloster** , Augustinerstraße 10  Tel. 0361 576600 Lutherstadt Eisleben (98 km/45 km  )  – ,Familie Lutter ‘ Luthers Taufkirche Peter & Paul, Geburts - und Sterbehaus    Hotel Graf von Mansfeld**** – Markt 56  Tel. 03475 66300 Halle (39 km)  – ‚Luther von Angesicht zu Angesicht‘ Stadtkirche mit Totenmaske Martin Luthers Hotel Schweizer Hof** – Waisenhausring 14  Tel. 0345 503068   Torgau (92 km / 40 km )  – ‚Kurfürst  – Katharina von Bora‘ Schlosskirche   – das Wunder der Reformation Central Hotel Torgau** – Friedrichsplatz 8  Tel. 033421 73280 Lutherstadt Wittenberg (72 km)  – ‚Wo die Welt verändert wurde …“ Luthers Zuhause  – Zentrum der Reformation  – Universität  – Schlosskirche  (Luthers Grab)  – Augustinerkloster „Weltkulturerbe Lutherhaus“  – Cranach  – Melanchthon  – Luthers Pr edigtkirche  – Abschluss Abendmahl Cranach Altar Luther Hotel*** – Neustraße 7  – Tel. 03491 4580 Die angegebenen Hotels sind Empfehlungen  – es gibt an jedem Übernachtungsort Touristen  Büros mit Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preislagen. Die  hier genannten Hotels liegen  optimal zum Weg und sind auch für Radgruppen hervorragend geeignet. bedeutet „Bahnverladung  nach …km möglich“ In jeder Etappe kann das Tagesziel mit der Bahn erreicht werden!